hob ſtolzer das Haupt. Dann trat ſie zum Spie⸗ gel, und als ſie ihr bleiches Antlitz, die rothge⸗ weinten Augen ſah, lächelte ſie— ach, es war ein ſo ſchmerzliches Lächeln. So lächelte einſt Arria, als ſie mit der Todeswunde in der Bruſt dem Geliebten den Dolch reichte und ſprach: Paete, Paete, non dolet. So lächelte einſt der ſtolze Römer, als er die Hand in die Glut hielt und rief:„ein Römer ſcheut keinen Schmerz!“— Nur Heldenſeelen haben dies Lächeln— aber wer es ſieht, dem treibt es Thränen in das Auge.—
dieſer, die Vorſtellung für heute Abend abzuſagen und Alles zur Abfahrt bereit zu halten. Wir fahren heute noch,“ ſagte ſie ruhig.— Als ſie aber ſah, daß die Dienerin, verwundert ſie an⸗ blickend, ſprechen wollte, winkte ſie ihr ungeduldig, ſie zu verlaſſen. Sie war nun wieder allein, ſie
jebie ſich und ſchrieb. 3 Emilie an Ernſt.
„Zürne mir nicht, Ernſt, daß ich Dir noch einmal ſchreibe,— es war mir Bedürfniß,— ich mußte Dir ſagen, daß ich Dir verzeihe, Alles verzeihe. O, ich kenne Dich, ich weiß, daß eine Zeit kommen wird, in der Du bitter bereuen wirſt, was Du mir gethan. Ernſt, Mann, den ich geliebt, wie nur ein Weib es vermag, für dieſe Zeit ſage ich Dir: es iſt kein Groll in
Sie ſchellte nach ihrer Kammerfrau, und befahl


