lachte ſie bitter,„daß eine Schauſpielerin es ge⸗ wohnt ſei, vor der Menge zu weinen und zu kla⸗ gen, daß ihr Schmerz immer nur Bühnenſpiel.— Gehen Sie denn, meine Herren,“ fuhr ſie fort und richtete ſtolzer ſich auf,„gehen Sie denn und verkünden Sie das Wunder, daß Sie auch außer der Bühne eine Schauſpielerin weinen ſahen, heiße Thränen, und daß ſie ſo natürlich klagte und jammerte, wie jedes andere menſchliche Weſen.— Und nun dächte ich, wäre dieſe Scene lang genug, und man wird mir erlauben, mich zurückzuzie⸗ hen.— Noch einen Blick warf ſie auf Ernſt,— einen Blick, vor dem er erbebte; ſie bemerkte es und lächelte bitter, dann ging ſie hohen, feſten Schrittes zur Thür, verneigte ſich noch einmal und verſchwand.
Stumm blickten Alle ihr nach,— es war, als neigten ſich ihre Seelen bewundernd vor ei⸗ nem ſo edlen, großen Schmerze— dann wandten ſich aller Augen auf Ernſt, der wie vernichtet an dem Divan lehnte. Aber die auf ihn gerichteten Blicke riefen ihn zurück in die Gegenwart, ſtolzen Schrittes trat er in die Mitte des Salons und ſagte ruhig:
„Meine Herren, Sie werden mir morgen Mittag die Freude machen, meine Gäſte zu ſein Feier meiner Verlobung.“
Emilie aber war in ihr Boudoir gegangen, hatte die Thür hinter ſich verſchloſſen und ſank
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