Teil eines Werkes 
11. Theil (1860) Die Künstlerin : Roman / von L. Mühlbach
Entstehung
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Anfangs ſträubte ſich Ernſt.Sie wird topt niederfallen, meinte er.

Oho, lachte Carl,die Weiber ſchwören alle Tage, daß ſie ſterben werden, und weinen und lachen immer luſtig weiter.

Nun, ſo mag es ſein, ſagte endlich Ernſt. Beſorge das Nöthige. Zch gehe zur Gräfin.

So ſchieden ſie.

Nach einer Stunde kehrte Ernſt zurück, heiter und zufrieden, wie es ſchien. Er ging nachden⸗ kend in ſeinem Zimmer auf und ab, dann ath⸗ mete er ſchwer auf und ſagte:es iſt mir, als ob eine ſchwere Laſt von meiner Seele gefallen. Ich bin ganz ruhig, nun Alles entſchieden iſt. Sie wird ſich tröſten. Und da ich ſie morgen nun auf immer verlaſſen muß, ſo will ich den heutigen Abend noch einmal mit ihr verleben, ſie ſoll noch einmal glücklich ſein! Hch will ſie verlaſſen,

ſie aber ſoll mich lieben!

Und er ſaß neben ihr auf dem Divan, und er hatte einen Arm um ihre Geſtalt gelegt, zärt⸗ lich tändelnd ſpielte die andere Hand in ihren dunkelen Locken und er flüſterte zärtliche Liebes⸗ worte in ihr Ohr. Die Lampe warf ein mat⸗ tes Dämmerlicht ins Gemach, um ſie her war es ſo ſtill, ſie waren ſo allein, ſo einſam, ſie waren ſo ſtumm, ſie preßten ſo heiß Lippe an Lippe, ſie hefteten ſo tief Blick an Blick, ach ſie waren ſo glücklich.* Gerfaßte ſein In⸗