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ſache ſeines Unmuthes,— ſie vertrauete, denn— ach, ſie liebte.
Ernſt fühlte ſich verlegen und bedrückt neben ihr, und ſuchte durch verdoppelte Liebkofungen es ihr zu verbergen, er war zärtlich und liebevoll,— wie ſollte ſie ihm nicht glauben!
Es war nur noch wenige Tage vor der feſt⸗ geſetzten Abreiſe,— ſchon war Alles zu derſelben bereitet, die nöthigen Vorkehrungen getroffen. Emilie hatte ſich in ihr Boudvir zurückgezogen und ſtu⸗ dirte an der Rolle der Julia. Sie wollte mit ihrer Lieblingsrolle ſcheiden und ſie ſo vollkommen als möglich ausführen,„denn,“ ſagte ſie lächelnd zu Ernſt,„ſie ſollen mich nicht ohne Bedauern ſcheiden ſehen.“
Unmuthig ging Ernſt in ſeinem Zimmer auf und ab,— er kam ſoeben von der Gräfin, nie war ſie ihm ſo ſchön, ſo liebenswürdig erſchienen, wie eben heute. Er hatte ſie um einen Kuß, um die endliche Zuſage ihrer Hand gebeten.„Sagen Sie mir,“ hatte ſie ernſt ihm erwidert,„daß die Minden nicht mehr bei Ihnen, und heute noch bin ich mit meinem Leben die Ihre.“
„Sie geht fort von hier in wenigen Tagen,“ hatte er erwidert.
Sie aber hatte ſtolz ihr Haupt erhoben, mit glühenden Angen ihn angeſehen und dann ge⸗ ſagt:„alsdann hätte der Zufall, nicht Ihr Wille Sie von ihr getrennt, und wer bürgt mir dafür,


