Teil eines Werkes 
11. Theil (1860) Die Künstlerin : Roman / von L. Mühlbach
Entstehung
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Freund, unſere ſchönen Tänzerinnen ſingen auch mit den Füßen, ſchlagen die reizendſten Triller, machen die bewunderungswürdigſten Cadenzen, und wenn ſie das reizende Bein ſo lang und grade ausſtrecken, kann man ein tief gefühlteres Fermate denken?

Ernſt lachte, und als in dieſem Augenblicke die Muſik ſchwieg und der Vorhang emporrauſchte, bogen ſich Alle weit vor, die ſchöne Emilie zu ſehen.

Alberne Idee, murmelte Carl,ſie iſt noch nicht da, was ſoll das langweilige Geſchwätz? Aergerlich wandte er der Bühne den Rücken und lorgnettirte die glänzenden Damenreihen.

Ein allgemeines jubelndes Begrüßen, ein don⸗ nerndes Händeklatſchen rief ſeinen Blick bald wie⸗ der zur Bühne zurück. Im glänzenden Anzuge einer Spanierin, mit lang herabwallendem Schleier, hoch und ſtolz, wie eine Königin, die die ihr ge⸗ bührenden Huldigungen empfängt, ſtand Emilie da, den Kopf etwas rückwärts gebogen, ein faſt ſpöttiſches Lächeln um den ſchönen Mund winkte ſie, als wolle ſie Stille gebieten mit der kleinen Hand.

Wie gefällt ſie Dir? fragten die Freunde miteinander Graf Ernſt, der, im Anſchauen ver⸗ loren, ihre Frage überhörte.

Der iſt ſchon hin, lachte Graf Carl.

Und jetzt öffnete Emilie den Mund, und mit