Teil eines Werkes 
11. Theil (1860) Die Künstlerin : Roman / von L. Mühlbach
Entstehung
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Hier iſt der Zettel, ſagte Baron S., ihm denſelben hinreichend,der Stern von Sevilla.

Fi donc, eine Tragödie, bemerkte Carl. Abgeſchmackte Idee, im jetzigen Zeitalter der Auf⸗ klärungen dergleichen Thränenſtücke zu geben. Ballete, meinſt Du, paſſen beſſer für das Zeitalter der Aufklärungen?

Naturellement, mon ami. Kann man etwas Schöneres ſehen, als wenn ſo eine Sylphide im zarten ätheriſchen Gewande mit einer Pirouette aus den Couliſſen hervorhüpft, ſich anmuthig rechts und links verneigt und nun in den entzückendſten Sprüngen und Pas unſere Bewunderung erregt?

Was entzückt Dich denn eigentlich dabei ſo ſehr? fragte Ernſt lächelnd.

Was mich dabei entzückt, erwiderte Carl, und ſah ihn ſtupid an,nun eh bien, das Ganze entzückt mich.

Ich meines Theils habe nie begreifen können, wie man Stunden lang dies ewige Einerlei von künſtlichen Verrenkungen und Schwenkungen be⸗ wundern kann. Das Gefühl bleibt kalt dabei, der einfachſte Geſang iſt mir lieber.

Gefühl, Gefühl, ſpottete Carl,won dieu; wer ſpricht denn von Gefühl, das iſt ganz aus der Mode. Man ſpricht von Leidenſchaften, von Inelinationen, Paſſionen, aber nicht von Mond⸗ ſchein, von Seufzern, vom Rauſchen in den Bäu⸗ men, in summa nicht von Gefühl. Und mein