Teil eines Werkes 
11. Theil (1860) Die Künstlerin : Roman / von L. Mühlbach
Entstehung
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Es war wirklich ärgerlich, ſagte Graf Caul, ſich neben Ernſt niederſetzend,daß die Minden uns heute ſo entſchieden abwies und uns mit ihrer ſteifen gezierten Geſellſchafterin abſpeiſte.

Ernſt erwiderte lachend:In meinem Leben aber ſah ich nicht etwas Aehnliches von Steifheit und Ziererei.

Ja wohl, ja wohl, ſtimmten die Andern ihm bei,es iſt wahrhaft komiſch anzuſehen. Man würde es ihr verzeihen, wenn ſie weniger häßlich wäre, aber ſo insupportable! Kann man et⸗ was Abgeſchmackteres ſehen, als dieſe langen, bis auf die Schulter herabhängenden Locken, wahr⸗ haftig, ich muß dabei immer an Löwenmähnen denken.

Mit der Umſchrift noli me tangere, fiel Ernſt ihm ins Wort,nicht wahr?

Richtig, lachte Graf Carl,aber frei⸗ lich, wäre zwiſchen der Fülle dieſer Locken ein volles blühendes Geſicht, friſche Lippen, helle Au⸗ gen, dann möchten wir ſie wohl einen Heiligen⸗ ſchein nennen und die Löwenmähne zu eines En⸗ gels Glorie umſchaffen. Und dann die Art, wie ſie ins Zimmer tritt, welche Prätenſion, welche ſuffiſante Anmaßung in ihrer Verneigung.

Still, fagte Ernſt,die Ouverture beginnt. Kennſt Du das Stück?

Was wird denn gegeben? fragte Carl,ich weiß nur, daß die Minden ſpielt.

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