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dem ganzen Ton der Liebe, der hingebendſten lichkeit begann ſie ihre Rolle:
Wie ſchnell die Zeit verrinnt! Schon iſt es iel Du mußt nun fort, mein Ortiz—
„Herrliche Stimme,“ flüſterte Graf Ernſt, „da iſt Seele, iſt wirklich Gefühl!“
Und er verwandte kein Auge mehr von der Künſtlerin. Bald aber vergaß er über dem Intereſſe an der Tragödie ſelbſt die Bewunderung der Schau⸗ ſpielerin. Seine ganze Seele ward ergriffen von dieſem herrlichen Meiſterwerke Lopez de Vega's, er dachte nicht mehr, daß ja Alles nur Täuſchung, nur Spiel. Er ſah Alles wirklich ſich ſo begeben, es ward Wahrheit, ward wirkliches Leben. Die wahre Kunſt muß auf den gefühlvollen Menſchen immer dieſen Eindruck hervorbringen, ſie muß uns vergeſſen laſſen, daß ſie die Natur nur darſtellt, nicht wirklich iſt, alles Manierirte ſtößt ab, die höchſte Kunſt wird Natur, und wenn wir über dem Gefühle, üher der Entzückung, die ſolche An⸗ ſchauung der Natur uns gewährt, die Bewunderung ganz vergeſſen über ſolche Meiſterſchaft, dann iſt der Zweck der Kunſt erreicht, und in dieſem Ver⸗ geſſen liegt das höchſte Lob.
Sein Herz bebte bei Eſtrella's Schmerz, bei ihrer Todesqual, und ſo ergriffen war er bei der Abſchiedsſcene zwiſchen ihr und Ortiz, daß


