„So fragen Sie, aber der, der mich ſendet, hält es für etwas Gro es und Wichtiges. Mein Neffe Ludwig liebt Sie,“
„Ich wußte es,“ ſagte Emilie, ernſter werdend, „und es war mir traurig um Ihretwillen.“
„Und Sie lieben ihn nicht?“
Sie ſchüttelte verneinend das Haupt und ſchwieg. Nach einer kleinen Pauſe nahm Solau wieder das Wort:„Aber, liebſte Freundin, über⸗ legen Sie Alles wohl, ehe Sie mich entſchieden zurückweiſen. Verſuchen Sie es, meinen armen Ludwig mit beſonderer Aufmerkſamkeit zu betrach⸗ ten, er beſitzt einen ſo reichen Schatz von Ge⸗ fühl und Wiſſen. Ich glaube, Sie würden ihn lieben können.“
„Ich aber weiß, daß ich es nicht kann. Ich achte ihn, ja ich könnte ihn lieben als Bruder, nicht aber ſeine Gattin ſein.“
„So darf ich meinem Ludwig keine Hoffnung geben?“
„Liebſter Solau,“ fragte ſie weich, und nahm ſeine Hand, die ſie freundlich drückte,„ſoll ich Unwahrheit ſagen? Sie wollen das gewiß nicht, und jede Hoffnung, hier gemacht, wäre Lüge. Sagen Sie ihm, daß ich ihn achte und hoch ſtelle, daß aber mein Herz ruhig bleibt. Er iſt verſtändig und ruhig, und wird mich leicht ver⸗ ſchmerzen.“
„Das ſagen Sie, weil Sie die Liebe nicht
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