Teil eines Werkes 
11. Theil (1860) Die Künstlerin : Roman / von L. Mühlbach
Entstehung
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Zetzt ließen ſich Schritte im Vorſaale verneh⸗ men, die Thür öffnete ſich und ein freundlicher Greiſenkopf ſchaute hinein, und eine muntere Stimme fragte:darf ich?

Gewiß, lieber Solau, ſagte Emilie, und reichte dem Eintretenden freundlich die Hand.Ich bin nur für Sie zu Hauſe und brenne vor Reu⸗ gierde zu wiſſen, was Sie zu mir führt.

O über Euch Weiber, alſo auch Sie, Allerſchönſte und Vortrefflichſte, leiden an dieſer Schwachheit, Sie, ſonſt über alle Schwäche ſo erhaben.

Ich bin aber auch nur ein Mädchen, lachte Emilie,und leide an Untugenden, wie nur je ein Mädchen. Doch nennen Sie es Wiß⸗ begierde, nicht Neugierde, und Sie werden mir geſtehen, daß Wißbegierde über allen Tadel er⸗ ¹ haben iſt.

Allerdings, Schönſte, beſtätigte Solan,und ich bin jetzt ganz enchantirt von Ihrer edlen wie war doch das Wort?

Wißbegierde, lieber Geheimrath! Und nun ſchnell, ſetzen Sie ſich zu mir aufs Sopha.

ſpreche mir wenig oder gar keinen Erfolg von meiner erbetenen linterredung. Doch gab ich mein Wort, und muß es löſen. Alſo heraus damit ich komme mit einem Heirathsantrag.

Weiter nichts? fragte Emilie enttäuſcht.

Sie nahmen Platz und Solau ſagte:ich ver⸗