Teil eines Werkes 
11. Theil (1860) Die Künstlerin : Roman / von L. Mühlbach
Entstehung
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Was, fragte Ernſt mit kemiſchem Erſtannen, abgewieſen?

Nun ja, entgegnete Catt verdrießlich;es geht mir eben, wie allen Andern, betynte er ſtär⸗ ker,Keiner kann ſich einer Auszeichnung rühmen. Freundlich, aber zurückhaltend gegen Jeden, lockt ſie durch ihre Anmuth und Lieblichkeit unwiderſteh⸗ lich an, ſtößt ſie ab durch ihre froſtige Kälte.

Iſt ſie hübſch? fragte Ernſt.

Das eben nicht, aber ein ſprechendes, beweg⸗ liches Geſicht, ſchöne Augen, friſche Lippen, klarer Teint und eine ſehr ſchöne Figur.

Noch ganz jung? fragte Ernſt weiter,denn ich entſinne mich nicht, vor meiner Abreiſe jemals von ihr gehört zu haben.

Sie iſt zuch erſt ſeit zwei Jahren dem Theater gewidiet, und entzückt ſeitdem Alle durch ihren herrlichen Sing, ihr ſchönes Spiel, entgeg⸗ nete CathJa, ich möchte faſt ſagen, ich ſehe ſie liebey in Tragödien, als in Opern.

Alſo in beiden excellirt ſie? fragte Ernſt verwundert.

Ach, in Allem, ſagte Carl.Sie ſpielt das Pianoforte meiſterhaft, ſie malt wie eine An⸗ gelika, tanzt wie

Fanny Elsler, unterbrach ihn Ernſt la⸗ chend.Wahrlich, das muß ein wunderbares Weſen ſein. Ich bin begierig ſie zu ſehen Laßt uns zu ihr gehen. 3