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erwähnte, dann klang ihre Stimme wie ein Donner und über ihr Antlitz zuckten die Blitze eines könig⸗ lichen, erhabenen Zorns. Es war nicht mehr eine Vorleſung, ſondern eine Darſtellung, eine dramatiſche Scene; in geſpannter Erwartung, athemlos lauſchend ſaß der König, und in den Augen der Damen ſah man Thränen blinken bei dieſer ſo einfachen und ſo rührenden Erzählung von Oronvoko's und Imoindens Liebe. Dieſe Liebe hatte Aphra in beſcheidenem Selbſt⸗ vergeſſen zum Mittelpunkte ihres Buches gemacht, ſich ſelber kaum erwähnend und dennoch wußte und ſah Jeder an der Gewalt ihrer Bewegung, an dem Ton ihrer Stimme, an dem Leuchten ihrer Augen, daß ſie ihn grenzenlos geliebt, und grenzenlos um ihn ge⸗ litten! Es war ein ſüß verſchleiertes Geheimniß, das doch durch jedes Wort ihres Buches verrathen ward und nur dazu geeignet war, noch mehr Intereſſe für die Dichterin zu erregen.
Stunden vergingen, und immer noch hörte man Aphra mit derſelben geſpannten Aufmerkſamkeſt zu. Es war dies eine ganz neue, niemals dageweſene Erſcheinung. Der üppige, nur in rauſchenden Feſten ſich begeiſternde König und ſein Hof war heute wie bezaubert; es war gewiſſermaßen der Contraſt dieſer zarten Dichtung zu der ſchwelgeriſchen und wüſten Gegenwart, welcher ſie Alle entzückte. Es war ein Ausruhen von den ſtürmiſchen Feſtgelagen, eine füße Idylle inmitten der rauſchenden Weltfreuden, es war, als ob man einen Moment den glänzenden Ballſaal mit ſeinen trüben Dünſten, ſeiner erſtickenden Hitze und ſeinem künſtlichen Lichtglanz verlaſſen hätte, um in der Friſche und Kühle der Natur unter dem Sternenhimmel Gottes Athem zu ſchöpfen und aus⸗ zuruhen in der Stille und dem Frieden der Schöpfung.


