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Man hatte ſich ſo ſehr gewöhnt nur die leidenſchaftliche und glühende Sprache der Liebe zu vernehmen, daß man jetzt mit einer Art wehmüthigen Erſtaunens dieſer Erzählung von einer ſo reinen, naturvollen und hei⸗ ligen Liebe zuhörte. Dieſe keuſche und züchtige Liebe rührte Alle, weil ſie ibnen fremd, weil es neu war, inmitten dieſes glänzenden und verbuhlten Hofes eine ſolche Sprache zu vernehmen. Zudem lag in Aphra's Weſen etwas Bezauberndes, Hinreißendes, ihr ganzes Antlitz flammte und leuchtete. Sie hatte ein Gefühl, als erfülle ſie in dieſer Stunde eine Miſſion Gottes, und ſie ſagte zu ſich ſelber:„Das Denkmal für Oronvoko iſt vollendet, und ganz England wird es ſehen und bewundern!“ Aber je mehr ſie ſich dem Schluſſe näherte, deſto gewaltiger ward ihre Bewe⸗ gung, ſie vermochte kaum noch zu leſen, ihre er⸗ bleichenden Lippen ſträubten ſich die Qualen, welche Oronvoko gelitten, auszuſprechen, ihre Augen ſprühten Flammen, und plötzlich ganz hingeriſſen, ganz über⸗ wältigt von ihrer innern Zornesgluth ließ ſie das Buch ihren Händen entſinken und ſich bleich und ſtolz emporrichtend, ſagte ſie mit ernſter und feierlicher
Stimme:„Sire, Oronvoko iſt gemordet worden, und
ſein Mörder lebt noch. Er lebt, geehrt und gefürchtet als Euer Statthalter in Surinam. Sire, dieſer Mord ſchreit um Rache, und dieſes Blut muß geſühnt werden! Ich fordere die Beſtrafung Banniſter's!“
Und ich gewähre ſie! ſagte der König, Banniſler ſoll nach England zurückgerufen werden, und wehe ihm, wenn er ſich nicht vertheidigen kann! Die Dichterin Aphra Behn aber möge Ihrem König er⸗ lauben, daß er ihr dankt, für dieſen neuen und ſelte⸗ nen Genuß, welchen Sie uns gewährt. Wahyrlich, hätte ich nicht dieſes beneidenswerthe Glück König


