Teil eines Werkes 
2. Band (1859)
Entstehung
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Caſtlemaine und ich, wir werden alſo das Recht ha⸗ ben, unſere ſchöne Couſine ſo lange zu beſchützen, als es ihr gefällt, unſeres Schutzes zu bedürfen.

Um Aphra's Lippen ſpielte ein ſtolzes und ver⸗ ächtliches Lächeln, aber ſie erwiederte nichts.

Ah, mein lieber George, ſagte der König, wer unter dem Schutze der Muſen ſteht, bedarf unſerer nicht, und es iſt daher nicht die Dichterin, welche um unſere Gnade zu bitten hat, ſondern wir um die ihre. Die Könige bedürfen der Dichter

Und die Dichter bedürfen der Könige! ſagte Aphra mit ihrer ſonoren, wundervollen Stimme. Sie be⸗ dürfen ſo ſehr der Könige, daß ſie in der Republik ſterben und zu Grunde gehen!

Nichts von Republiken jetzt, ſagte Barbara. Du haſt mir verſprochen uns vorzuleſen, und der König hat ſeine Zuſtimmung gegeben. Leſen wir denn!

Man ſetzte ſich alſo, und Aphra las. Es lag ein wunderbarer Zauber in ihrem Ton, in ihrer ganzen Erſcheinung. Ihre Stimme klang anfangs ſchüchtern und leiſe, allmälig erhob ſie ſich mehr, von der Ge⸗ walt ihrer eigenen inneren Erregung getragen. Mit einem ſüßen Beben las ſie anfangs Oronvoko's Na⸗ men, und eine Purpurröthe übergoß dabei ihre Wan⸗ gen. Das machte ſie reizend ſchön, und der König flüſterte der neben ihm ſitzenden Barbara zu:Ich wette, ſie hat den Prinzen Oronvoko geliebt!

Gewiß, denn ſie hat ſo viel um ihn gelitten, ſagte

ſie, und man liebt am meiſten Den, um welchen man leidet! Aber laſſen Sie uns hören, Sire!

Aphra las immer weiter, und ihre Augen glühten, und ihr Buſen wogte, ſie empfand jedes Wort, ſie durchlebte noch einmal jeden Moment der Vergangen⸗ heit, ihre Augen ſchoſſen Flammen; wenn ſie Banniſter's