Teil eines Werkes 
2. Band (1859)
Entstehung
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dem lockenden Syrenengeſang der königlichen Huld widerſtehen zu können.

Der König bemerkte den günſtigen Eindruck ſeiner Worte ſehr wohl; er warf einen triumphirenden Blick hinüber nach Buckingham, welcher in einer Fen⸗ ſtervertiefung ſtand, und dem König mit leiſem Kopf⸗ nicken zulächelte.

Setzt Euch, meine Herren, ſagte der König, und ein Staunen der Bewunderung und des Entzückens bemächtigte ſich Aller, als man ſah, wie der König ſelber einen Stuhl ergriff, und ihn dem greiſen Lord Primroſe hinſchob. Pies war ein unerhörter, niemals dageweſener Beweis königlicher Herablaſſung, auch trieb es dem Lord Primroſe Thränen in die Augen; ganz überwältigt ergriff er die Hand des Königs und führte ſie an ſeine Lippen.

Sire, ſagte er mit vor Rührung zitternder Stimme, Sire, Eure Gnade tödtet mich faſt mit dem Uebermaß des Entzückens. Ich werde Euch dieſe Huld und dieſe Herablaſſung niemals vergeſſen, und mögen Euch die Thränen in meinen Augen beweiſen, wie tief ich durchdrungen bin von Dankoarkeit und Rührung.

Der König machte ein erſtauntes Geſicht. Und weshalb denn ſolltet Ihr mir dankbar ſein, Mylord? fragte er. Mein Gott, iſt es nicht ganz natürlich, daß ich in Euch das Alter und die Weisheit ehrend, Euch meine Ergebenheit beweiſe, ſo viel ich nur kann? Wir ſ ja hier nicht in feierlicher Amtsſitzung, wo man

der Form wrillen ſich noch den Anſchein giebt, als ob man den König noch als ein bevorzugtes, übermenſchliches Weſen betrachte, den König, welcher doch nichts iſt, als ein armes, ſchwaches und irrendes Menſchenkind, gnadenbedürftig, wie alle andere Men⸗ ſchen und zur Sünde leicht verlockt, wie alle Andern.

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