Teil eines Werkes 
2. Band (1859)
Entstehung
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mehr ſpielen. Ich kann der Diener Eurer geiſtigen Bedürfniſſe ſein, aber nicht der Diener Eures Leibes.

Und doch waret Ihr es! rief der König unge⸗ duldig.

Ich war es, weil es keine andere Form gab, in Eurer Nähe zu ſein, ich war es, weil ich zuerſt Eures

unbedingten Vertrauens bedurfte, ehe ich daran denken konnte, Euch von dem Wege des Verderbens, auf welchem Ihr wandeltet, zu erretten! Erinnert Euch, daß ich ein Jahr lang Euer Kammerdiener geweſen, ehe Ihr in mir den Prieſter ahntet! Ihr ſaht den Prieſter erſt, nachdem der Kammerdiener Euer ganzes Vertrauen gewonnen!

Aber Ihr dürft mich jetzt nicht verlaſſen, ſagte der König. Ich bedarf Eures Rathes!

So ernennt mich zu Eurem Rathe und ich bleibe!

Ah, rief der König lachend, Ihr wollt einen Titel!

Ich will eine Form, unter welcher ich in Eurer Nähe bleiben kann! ſagte der Prieſter ernſt.

Nun gut, Ihr ſollt mein Geheim⸗Secretair wer⸗ den! Genügt Euch das?

Es genügt! Vorausgeſetzt, daß Ihr in der That mich die Functionen eines Geheim⸗Secretairs erfül⸗ len laßt.

Gewiß, ſagte der König ungeduldig. Ihr werdet meine geheime Correſpondenz führen! Ich kenne Euch als verſchwiegen und dienſtbefliſſen, zudem verſteht Ihr gut mit der Feder umzugehen, mit gewand⸗ ten Worten Alles das zu verſchweigen, was verſchwie⸗ gen werden ſoll, und nur das zu verrathen, was Jedermann wiſſen darf. Ja, ja, ihr ſollt meine ge⸗ heime Correſpondenz führen, mit Ausnahme derjeni⸗

gen, welche beſtimmt iſt, von ſchönen Augen geleſen zu werden. Ach, das erinnert mich wieder an die