Teil eines Werkes 
2. Band (1859)
Entstehung
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ich Euch in der Eigenſchaft meines Beichtvaters bei mir hätte! Weil Ihr öffentlich nicht mein Beichtvater ſein könnt, ſeid Ihr mein Geheim⸗Kämmerer. Wir haben das von meinem Vetter Ludwig von Frankreich gelernt. Der hat den Schauſpieler Molière auch zu ſeinen Kämmerer gemacht, um ihn neben ſich haben zu können. Wie Moliere der Kammerdiener Lud⸗ wig's, ſeid Ihr der Kammerdiener Karl Stnart's.

Und ich hoffe, daß ich getrenlich meinen Fflichten nachgekommen bin, ſagte der Pater mit frommem Händefalten. Nachdem ich Euch als Prieſter ver⸗ geblich zu überreden geſucht, dieſer ſündigen Liebe zu entſagen, that ich als Kammerdiener meine Fflicht, und ſuchte Euch die Schöne zu gewinnen, welche Ihr liebtet!

Und Ihr gewannt ſie mir! Ihr entführtet ſie aus Amſterdam, wo ich ſie kennen gelernt, und brachtet ſie au heimlichen Wegen hierher, und als ihr Vater ihre Flucht erfuhr, fluchte er ihr, und ihre Mutter ſtarb vor Gram. Es iſt eigentlich eine ſehr traurige Geſchichte und dennoch hat Sara niemals darüber ge⸗ klagt, niemals, obwohl ich zuweilen ihre Augen trübe und die Spur der Thränen auf ihren Wangen fand! Ach, Matthews, wenn ich jetzt daran gedenke, finde ich, daß ich der armen Sara Unrecht thue. Sie war ſehr traurig, nicht wahr? Sie wollte nicht an meine Untreue glauben?

Nein, ſie wollte nicht daran glauben! Sie ſchüt⸗ telte lächelnd den Kopf und ſagte: Karl Stuart liebt mich! Es iſt keine Stunde her, ſeit er es mir geſagt!

Ich bethenerte ihr vergeblich, daß Ihr ſie niemals wieder ſehen wolltet, daß Ihr, im Begriff als König nach England zurückzukehren, dieſe Spielereien, mit welchen Ihr Euch in Eurem Unglücke zu zerſtrenen