Teil eines Werkes 
2. Band (1859)
Entstehung
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als liebte ich ſie noch! Wie wunderbar doch das Herz des Menſchen iſt!

Während der König ſo ſprach, war er damit be⸗ ſchäftigt, vor dem Spiegel ſein Haar zu ordnen, ließ er die lange Liebeslocke, welche er, der damaligen Sitte gemäß, an der linken Schläfe trug, durch ſeine Finger rollen.

Erzählt mir von Sara, wiederholte Karl, als der Pater ſchwieg.

Die Geſchichte iſt ſehr kurz, ſagte der Pater. Ich begab mich, wie Ew. Hoheit befohlen, hierher, um ihr Eure Botſchaſt auszurichten. Als ich eintrat, ſaß ſie vor dem Spiegel, vor welchem Ihr jetzt ſteht, und war, wie Ihr, damit beſchäftigt, ihre Locken zu ordnen.

Sie hat wundervolles Haar, ſagte der König. Ich liebe an den Weibern ſehr das ſchöne Haar. Gott gebe, daß meine nächſte Geliebte nicht daran Mangel leidet. Nun weiter. Als Ihr eintratet?

Sah ſich Sara mit einem freudeſtrahlenden Ge⸗ ſicht nach mir um, denn ſie glaubte, Ihr wärt es, welcher zurück käme. Wo iſt der König? fragte ſie. Ich erwiderte ihr, daß ſie darnach nicht zu fragen hätte. Sara lachte. Ich dächte doch, ſagte ſie, daß ſeine Geliebte wohl darnach zu fragen hätte. Und Ihr wißt es ja, der König liebt mich! Ihr waret es ja, der es mir zuerſt geſagt, Ihr waret es, der mich überredete, ihm mein ganzes Lebensglück zu opfern!

Es iſt wahr, ſagte der König, Eurer Ueberre⸗ dungskunſt verdanke ich es, daß Sara die Meine ward.

Ihr vergeßt, Hoheit, daß ich es nicht als Prieſter that, ſondern in der Eigenſchaft Eures Kammerdie⸗ ners, als welcher ich bei Euch fungire!

Weil man es ſehr übel aufnehmen würde, wenn

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