Teil eines Werkes 
3. Band (1859)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Ansdruck von Wahrheit, verſicherte er den Bürgern: er lebe und athme nur für ihr Glück, und er wolle leben und ſterben mit ſeinem heißgeliebten Volke*)!

V Schluß.

Aphra Behn hielt Wort. Sie lebte hinfort nur noch dem Vergniügen und der Zerſireuung, und obwohl König Karl ſie bat, als ſeine Geſandtin nach Holland zurückzugehen, um die Friedensbedingungen ſo günſtig als möglich für England zu machen, lehnte ſie es doch feſt und entſchieden ab. Sie wollte ſich nicht noch einmal der Gefahr ausſetzen, daß man ihren Worten nicht glaubte, und um ihrer Nachrichten willen ſie verlachte, und ſie verachtete die Menſchen zu ſehr, um ſich um ihretwillen noch mit Gefahren und Mühen belaſten zu wollen.

Sie hatte dem Glück entſagt, ſie ſuchte und ver⸗ langte nichts mehr als Zerſtreuung und Genuß. Sie

ſtürzte ſich in Feſte aller Art, ſie wollte vergeſſen, ſie

wollte die heimlichen Qualen ihrer Seele betäuben. Immer aber blieb auf dem Grunde ihres Herzens ein niemals zu beſchwichtigender Schmerz, eine nimmer endende Klage. Was that ſie nicht Alles, um dieſe zu übertäuben, und dennoch wollte es niemals gelingen! Ob ſie auch lachte und fröhlich ſchien, die Klage in

ihr blieb immer wach, ob ihre Lippen auch überſpru⸗

*) Burnet, history of my own time. Vol. I. pag. 423. Karl I. 3. 12