Teil eines Werkes 
3. Band (1859)
Entstehung
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fragte mich, ob dieſer Herr einige Hoffnung auf Erhörung hätte. Ich erwiderte ihm, daß ich mich wundern müſſe, einen Freund Albert's, von dem er doch wiſſe, daß dieſer um mich werbe, ſo ſprechen zu hören, daß übrigens, wenn überhaupt die Liebe eine Leidenſchaft ſei, für welche ich jemals empfänglich ſein könnte, ich mich doch niemals entſchließen würde, einen alten Mann, wie reich er immer ſein möge, zu heirathen. Deſſenungeachtet empfing ich am nächſten Tage folgende intereſſante Epiſtel. Hier fügt Aphra Behn einen in franzöſiſcher Sprache geſchriebenen Brief ein, der allerdings komiſch und ſeltſam genug iſt. Herr van Bruin ſchreibt ibr darin, er hätte oft geſtrebt, ihr den Sturm ſeines Herzens mitzutheilen, und mit ſeinem Munde die Wälle ihrer Zuneigung zu erſtürmen; aber zurückgeſchreckt von der Stärke ihrer Fortifica⸗ tionen, habe er ſich entſchloſſen, einen regelmäßigen Plan zu ver⸗ folgen, ſie in einer weitern Entfernung anzugreifen, und zuerſt zu verſuchen, was ein Bombardement mit Briefen thun könnte Vielleicht könnten dieſe Kartätſchen der Liebe in ihre Augen dringen, dann in der Mitte ihrer Bruſt zerſpringen, die Außenwerke ihrer Abneigung niederſchlagen, und das Magazin ihrer Grauſamkeit in die Luft ſprengen, wodurch ſie dann zu einer Capitulation genöthigt werden könnte, und ſich auf vernünftige Bedingungen ergeben müßte. Als⸗ dann vergleicht er ſie mit einem ſtolzen Schiff, welches nach Indien unter Segel ſei, ihre Locken ſind die Wimpeln, ihre Stirn iſt das Vordertheil des Schiffes, ihre Angen ſind die Kanonen, ihre Naſe iſt das Ruder. Aphra ſchrieb ihm eine ſehr heitere und witzige Antwort. Sie verſpottet ihn in dieſem Briefe, daß er eine ſo wenig profitable Reiſe mit dem Weſtindienfahrer Aphra Behn unternehmen wolle, und ſcherzend rechnet ſie ihm alle dazu nothwendigen Aus⸗ gaben vor, als da ſind: Bänder und Hauben für ihre Wimpel, Diamantringe, Armbänder und Perlenſchnüre für ihre Kanonen zum Angriff und zur Vertheidigung, Seide, Batiſt, Sammt und Cambric für ihren Rumpf. Zuletzt räth ſie ihm ganz entſchieden ab, in ſeinen Jahren die Reiſe zu unternehmen.(Cibbert's Life of the Poets. Vol. III. p. 22.)