XVI. Der Rrand der Flotte.
Ganz London war in Trauer verſenkt, überall war die Freude verſtummt. Und London hatte wohl Grund zur Trauer. Nachdem die Peſt mit fürchterlicher Ge⸗ walt in ſeinen Mauern gewüthet, und über hundert tauſend Einwohner hinweg gerafft hatte“), war das Feuer gekommen, um diejenigen zu vernichten, welche die Peſt verſchont hatte. Der größte Theil Londons war eine Beute dieſes Feuers geworden, ganze Straßen, ganze Stadtviertel wurden in Aſche gelegt, und auf den Ruinen ihrer niedergebrannten Häuſer ſaßen Tauſende hungernder, wimmernder Unglücklichen, denen das ver⸗ heerende Element ihre Habe geraubt, und die als Bettler über dem Schutthaufen ihres Glückes weinten. Niemand wußte, wie dieſes Feuer entſtanden war, das aber wußte man, daß kein Zufall es angefacht, ſondern, daß es eine wohlüberlegte und durchdachte That geweſen. Eine That der Rache, ſagte man. Die Katholiken hätten dieſes Feuer angezündet, um die verruchten Ketzer zu vernichten.
So viel ſtand feſt, daß, wenn ſelbſt das Feuer zufüllig ausgekommen geweſen, die Bosheit und Tücke daſſelbe benutzt, und ſein verheerendes Umſichgreifen begünſtigt hatte. Denn als man die durch alle Straßen Londons laufenden Waſſerröhren beim Ausbruch des Feuers öffnete, fand man kein Waſſer darin, und bald erfuhr man, daß ein Diener des Herzogs von York
*) Burnet. Vol. I. pag. 180.


