Teil eines Werkes 
3. Band (1859)
Entstehung
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Bruſt ſenkte. Dann nach einer Pauſe richtete ſie ſich wieder empor aus ihrem ſchmerzlichen Sinnen, und reichte Albert die Hand dar. Ich danke Dir, ſagte ſie, dies iſt in der That ein Beweis Deiner Liebe, denn es iſt ein großes und gefährliches Geheimniß, welches Du mir da mitgetheilt haſt. Ich muß ganz vergeſſen, daß ich eine Engländerin bin, um mich nicht zum Tode betrübt dadurch zu fühlen. Aber ich werde es vergeſſen, denn ich liebe Dich!

So komm, Geliebte. Der Prieſter harret unſerer! Komm!

Nein, ſagte ſie traurig, nicht ſo kann ich zum Altare gehen! Meine Seele iſt verwirrt, und keine Spur heiliger Andacht iſt in ihr. Gönne mir eine Minute der Einſamkeit, damit ich mein Gemüth ſammle. Wenn ich wieder komme, dann gehen wir ſogleich. Aber Du darfſt nicht mit mir reden, kein Wort! Bis ich das Gelübde geſprochen, gehört meine Seele Gott.

Sie nickte ihm lächelnd zu und zog ſich in das Nebengemach zurück.

Albert blieb allein, und er dachte daran, wie ſehr er ſie liebe, wie ſchön ſie ſei, und vor allen Dingen, wie ſehr ihn alle ihre andern Bewerber beneiden würden. Er war ſehr ſtolz darauf, vor dieſen Allen den Vorzug erhalten zu haben, und künftig der Ge⸗ mahl der ſchönſten Frau in Antwerpen zu ſein.

Jetzt öffnete ſich die Thür, und ſie kehrte zurück. Sie war wieder ganz eingehüllt in den weißen un⸗ durchſichtigen Schleier der ihrem Geliebten ihr Antlitz und ſogar ihre Augen verbarg.

Schweigend legte die verhüllte Braut ihren Arm in den ſeinen, ſie verließen das Bondoir und traten in den anſtoßenden Salon, der für heute in eine kleine geſchmackvolle Kapelle war umgewandelt worden. Ein

Karl II. 3. 11¹