Teil eines Werkes 
3. Band (1859)
Entstehung
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Sie war wundervoll in dem weißen Atlasgewande mit dem Kranze von weißen Roſen im Haar. Albert fühlte ſich ganz bezaubert von ihrem Anblick, und in⸗ dem er ihre Hand an ſeine Lippen drückte, ſagte er: Du gleichſt ganz einer Veſtalin in Deinem wunder⸗ vollen Brautanzug, und wenn ich Dich anſehe, über⸗ fällt mich die Furcht, dieſe ſchöne und ſtolze Veſtalin möchte ſich niemals herablaſſen, mein Weib zu werden⸗ Komm alſo, Geliebte, komm zum Altare, und gieb mir dort die Gewißheit, daß Du Mein ſein willſt!

Er wollte ſie mit ſich fortziehen. Sie wehrte ihn ſanft zurück.

So darf ich Dir nicht zum Altare folgen, ſagte ſie, das iſt wider die Sitte meines Vaterlandes. Du haſt mich oft einen Engel genannt, nun, ich bin wenig⸗ ſtens eine engliſche Braut, und die gehen ſehr züchtig zum Altare.

Und wie denn? fragte Albert, indem er ſie ganz glücklich anſchauete.

Die Braut, welche vor Gott ſteht, verhüllt ſich⸗ vor den Menſchen! ſagte Aphra, indem ſie vom Tiſche einen langen, weißen Shawl nahm, und damit ihr Haupt und ihre ganze Geſtalt einhüllte.

Aber dieſer Schleier iſt ganz undurchſichtig, ſagte Albert unwillig. Er verhüllt mir Dein ſchönes Antlitz. Nicht einmal Deine Augen kann ich ſehen.

Du darfſt es auch nicht, ſagte ſie. Ihr Männer ſeid leichtfertige Geſchöpſe, und ſo lange Ihr Eure Braut liebt, würdet Ihr über ihrem Anblick Gottes

vergeſſen. Deshalb hülle ich mich in meinem Schleier, damit Du mich gar nicht ſiehſt, und nicht nachher den Vorwand haſt, zu ſagen: ich habe nicht vor Gott ge⸗ Dir treu zu ſein, denn ich dachte nicht an ott.