Teil eines Werkes 
3. Band (1859)
Entstehung
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Sie wehrte ihn zurück und ſagte lächelnd: Morgen Abend kommt der Prieſter, welcher mich zu Ihrer Gattin macht. Sie ſollen aus ſeinen Händen eine keuſche und züchtige Braut als Ihr Weib empfangen. Jetzt aber verlaſſen Sie mich! Treffen Sie die Vor⸗ kehrungen zur Hochzeit, und daß Sie bis morgen Abend nicht wieder hieher kommen. Es ſind die letzten Stunden meiner Freiheit, ich will ſie benutzen, um mich vorzubereiten zu dieſer langen Sclaverei. Gehen Sie, gehen Sie, Albert, morgen Abend ſehen wir uns wieder, und für Ihr Geheimniß tauſchen Sie ſich eine Gattin ein.

Sie drängte ihn ſanft zur Thür und ſchob ihn hinaus. Als ſie allein war, verfinſterten ſich ihre Züge, und mit zuſammengepreßter Lippe murmelte ſie: Elender! Ich werde Dein Geheimniß erfahren, und Dich ſtrafen!

Dann ging ſie raſch zu einer andern Thür, und

öffnete diefe. Hinter derſelben lag ein junges Weib auf ihren Knieen, mit gerungenen Händen, mit auf⸗ gelöſtem Haar, ihr bleiches Antlitz überfluthet von Thränen.

Aphra hob ſie ſanft empor, und führte ſie zu einem

Seſſel hin. Sie drückte das Haupt der Weinenden an ihren Buſen, und ließ ihren Schmerz gewähren.

Arme Catalina, ſogte ſie, Sie hörten alſo Alles?

Alles! rief ſie ſchluchzend. Er verrieth, er verleug⸗ nete mich, welcher er ewige Treue geſchworen, welcher er tauſend und tauſend Mal gelobt, mich zu ſeiner Gattin zu machen.

Weinen Sie nicht mehr, ſagte Aphra, ſondern laſſen Sie uns daran denken, ihn zu ſtrafen! Ich danke es Ihnen, daß Sie zu mir kamen, und mir Ihr Unglück und Ihre Kränkung anvertrauten. Sie

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