Teil eines Werkes 
3. Band (1859)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

König kommt, darf er ſich zu meinen Füßen ſetzen. Das Hofgeſinde muß ſtehen! Aber freilich, auf Sie hatte ich dabei nicht gerechnet. Wer konnte auch den⸗ ken, daß der edle, erhabene Lord Williams ſich plötzlich eines Tages erinnern würde, daß ſich in der Welt ein kleines, unbedeutendes Geſchöpf, genannt Barbara Vil⸗ liers, befände, wer konnte ahnen, daß Se. Lordſchaft ſich ſo weit herablaſſen könnte, dieſe Barbara Villiers in ihrer beſcheidenen Wohnung aufzuſuchen, um eine Audienz bei ihr zu erhalten! Wie ſeltſam das Alles iſt! Der tugendhafteſte Lord dieſes Hofes muß ſich endlich doch entſchließen der Geliebten des Königs den Hof zu machen! Es iſt eine verderbte Welt, Mylord, Sie ſollten darüber weinen, ich muß darüber lachen!

Und die ſtolze und übermüthige Gräfin Caſtlemaine brach in ein fröhliches Lachen aus.

Lord Williams blickte ſie ernſt und vorwurfsvoll an. Es war ihr vollkommen gelungen, ihn zu ärgern, und mit heimlichem Behagen las ſie das in ſeinen Zügen. In der That, es empörte ihn, in dieſer de⸗ müthigen Situation vor ihr ſtehen zu müſſen, vor

ihr, die er verachtete, und dennoch— er erinnerte ſich des Zweckes ſeines Beſuches, und zwang ſeinen Aerger hinunter.

Das Lachen iſt eine große und ſchöne Kunſt, ſagte er, und Sie ſind Meiſterin derſelben. Ihr Lachen klingt wie Muſik. Es iſt eine köſtliche Melodie darin!

Ja, ich lache nach der Melodie:„God save the Kingl' rief ſie, und Sie begreifen, daß dies für die Geliebte des Königs eine ſehr köſtliche Melodie iſt!

Der König iſt ſehr glücklich, ein ſo ſchönes Weſen gefunden zu haben, welches ihn wahrhaft liebt, und gewiß Alles thun möchte, um ſein Glück zu erhalten und zu ſichern! ſagte der Lord. 3