Sie war in entſcheidenden Momenten ein großes und ſtarkes Weib, deshalb hatte ſie auch jetzt ſchnell ihre Kraft und Beſonnenheit wieder gewonnen.
Sie haben Blut an Ihren Händen, ſagte ſie. Soll ich einen Mörder bei mir aufnehmen?
Es iſt mein eigenes Blut! rief der Fremde, und eine andere Hand als die meine hat mich verwundet! Ach, mein Gott, warum bin ich nicht getödtet worden, es wäre beſſer geweſen!
Und doch fürchten Sie für Ihr Leben? fragte Aphra. Doch ſuchen Sie Schutz bei einer ſchutzloſen Fremden?
Ja, ich ſuche Schutz! Ich ſuche ein Aſyl für dieſe Nacht! Nur für dieſe Eine Nacht! Nur daß die Scher⸗ gen mich nicht finden, und die feilen Seclaben des Geſetzes mich nicht in den Kerker ſchleppen, wie ſie es ihm gethan! Oh, haben Sie Erbarmen! Sehen Sie!
Seit zwei Stunden bin ich auf der Flucht. Wie ein gehetztes Wild bin ich über Dächer und Mauern ge⸗ klettert und hinter mir her die klaffende Meute meiner 8 Wſelge Die Verzweiflung hat mir Kraft gegeben, S immer weiter, immer ſchneller zu rennen. Jttzt, glaube
rbarmen! Seien Sie gnädig! Es iſt für Sie keine Gefahr mehr dabei, retten Sie ein armes, geängſtetes Menſchenleben!
Aphra hatte ihn, während er ſprach, mit großen und forſchenden Blicken betrachtet, und unwillkührlich fühlte ſie ſich zum Glauben und Vertrauen bewogen.
Und glauben Sie, daß ich Sie weniger retten
würde, wenn Gefahr dabei wäre? fragte ſie. Stehen
ch, hat man meine Spur verloren. Haben Sie daher
Sie auf, junger Mann, Sie ſind hier ſicher. Was
ein armes, verlaſſenes Weib für Sie thun kann, das ſoll geſchehen!


