Teil eines Werkes 
3. Band (1859)
Entstehung
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war es eine Katze, welche an dem Baum empor klet⸗ terte, vielleicht war's auch nur der Nachtwind, welcher die Zweige ſchüttelte.

Aphra hatte gar nichts gehört, ſie las ruhig weiter.

Aber das Geräuſch dauerte fort, es kam näher und näher, die Zweige der Eiche beugten ſich und thaten ſich von einander.

Ein Menſchenantlitz ſchaute hervor, und ein Paar Augen blickten fragend und forſchend in das ſtille Gemach.

Aphra hörte nichts und ſah nichts, ſie las ruhig weiter.

Jetzt trat die Geſtalt höher und größer zwiſchen den Zweigen hervor. Man ſah den Dolch in ſeinem Gürtel blitzen, und die Piſtolen, welche im Schein des Lichtes funkelten. Jedenfalls war dieſer junge, räthſelhafte Mann kein Dieb und Räuber, welcher kam, um zu rauben und zu morden, denn ſein ſchönes und edles Angeſicht zeigte Entſetzen und Furcht, und ſeine bleichen Lippen zitterten.

Neugierig ſpähete er in das Gemach, dann legte er die Hand auf die Waffen in ſeinem Gürtel. 3

Dieſe Hand triefte von Blut.

Jetzt ſchob er ſich weiter vor, und nun mit einem

mächtigen Sprunge ſchwang er ſich auf das Fenſter⸗ geſims, und von da hinunter in das Zimmer.

Aphra's Händen entſank das Buch, und ein Schrei des Entſetzens drang von ihren Lippen.

Still! ſtill flüſterte der junge Mann, welcher neben dem Fenſter auf die Kniee niedergeſunken war. Haben Sie Erbarmen! Seien Sie menſchlich! Retten Sie mich vor meinen Verfolgern!

Er faltete die Hände flehend zu ihr hin, Aphra

ſah das Blut, das von denſelben heruntertropfte.

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