Teil eines Werkes 
3. Band (1859)
Entstehung
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ihres Charakters und der Fähigleit, jede aufwallende Laune im Moment zu einer Wahrheit zu machen, hatte ſie jetzt wirklich die vornehme Dame von ſich abgeſtreift, und ſich zu einem jungen, geſchäftigen Weibe gemacht, der die Arbeit Pflicht iſt und ſüßes Behagen.

Endlich waren alle Vorbereitungen getroffen, der Spiritus zuckte mit bläulichen Flammen um die Thee⸗ maſchine und machte das Waſſer ſingen und ziſchen.

Es klang Aphra wie leiſes Geiſtergeflüſter und wie ſaufte Schlummerlieder.

Sie fühlte ſich unendlich behaglich, unendlich ſtill und ruhig in ihrem Gemüthe.

Sie und trank und freute ſich ihres frugalen Mahles, und es ſchien ihr, als habe ſie nie etwas Köſtlicheres gegeſſen und getrunken, wie dieſes Brod und dieſen ſelbſtbereiteten Thee.

Dann nahm ſie das Buch, das Oronvoko's Hände einſt berührt, und las. 6

Die Nacht brach indeß herein, tiefe Dunkelheit lagerte ſich über die Welt, das Geräuſch der Straßen verſtummte allmälig und machte einer wohlthuenden Stille Platz.

Aphra las immer noch. Shakespeare hielt ſie ge⸗ fangen mit ſeinen erhabenen Poeſieen, ſie fühlte nichts als die große und himmliſche Schönheit dieſer Dichtung. Was kümmerte ſie die Nacht und der Abendwind, der durch das offene Fenſter herein rauſchte, und ihr Licht zuweilen flackern und ſich verdunkeln machte.

Wie geſagt, ſie hörte und ſah nichts!

Sie hörte nicht, wie es ſich da draußen leiſe zu regen begann, und wie ein eigenthümliches, leiſes Ge räuſch plötzlich die tiefe Stille unterbrach. Es als ob die Zweige der hohen Eiche, welche dicht neben ihrem Fenſter ſtand, kniſterten und knackten. Lielleicht