Teil eines Werkes 
3. Band (1859)
Entstehung
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gen, kleinen Raum erfüllte. Alles war ihr lieb und vertraut, Alles ſprach zu ihr; der Seſſel, auf welchem ſie ſo oft weinend geſeſſen in verzweiflungsvoller Pein, das ſchmale, kleine Bett dort, in welchem ſie manche Nächte ſeufzend durchwacht, der Binſenſtuhl im Fenſter, wo ſie ſo oft geſeſſen und träumend zum Mond empor geſehen, und an ihn gedacht hatte, den allein ſie einſt geliebt! Und hier auf dem Tiſch die Bücher! Eins darunter hatte Oronvoko einmal in ſeiner Hand ge⸗ habt. Es war an einem ſchönen Sommerabend ge⸗ weſen. Sie ſaß unter den rauſchenden Pinien und las in dem Meiſterwerk William Shakespeare's; ſie las von Julien's Liebesgluth und Romeo's Tod er⸗ füllte ſie mit Entſetzen. Die Thränen waren ganz unwillkührlich ihren Augen entquollen, und hatten das Blatt, welches ſie eben aufgeſchlagen, befeuchtet. In dieſem Angenblick war Oronvoko aus dem Gebüſch hervorgetreten, und Aphra ließ das Buch aus ihren Händen gleiten. Oronooko hob es auf, und er blickte in das Buch und ſah die Thränen, welche noch friſch auf dem Papier hingen. Mit einem Blick, vor dem ihr ganzes Herz erbebte, drückte er das Buch an ſeine Lippen und küßte die Thränen fort von dem Papier. Dann reichte er es ihr ſchweigend wieder dar und ging weiter.

An dieſe Scene dachte Aphra jetzt, als ihr Blick ganz zufällig auf das Buch fiel. Wie mit einem Zauberſchlag fühlte ſie ſich wieder zurückverſetzt in jene ſchöne, paradieſiſche Welt ihres Ingendglückes. Alles war vergeſſen, alle Schmerzen hatten aufgehört! Sie war wieder dasgjunge Mädchen von ſechzehn Jahren,

nb iebte, welches auf das Glück d den Menſchen vertraute! ieder jenen klaren, heitern