Teil eines Werkes 
3. Band (1859)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

12

einige gute katholiſche Prinzeſſinnen. Wir haben da die Prinzeſſinnen von Spanien

Kanzler Hyde iſt für dieſe Parthie, unterbrach ſie Buckingham. Er hatte geſtern wieder eine Unterre⸗ dung mit dem außerordentlichen ſpaniſchen Geſandten.

Wir werden die Prinzeſſin, welche Hyde begünſtigt, nicht unterſtützen, ſagte Aphra, ſie wird alſo nicht an⸗ genommen werden. Es giebt noch mehrere Prinzeſ⸗ ſinnen, Gott ſei Dank. Da iſt zum Beiſpiel die In⸗ fantin von Portugal

Und indem Aphra ſo ſprach wandte ſie ihr Ange⸗ ſicht mit einem eigenthümlichen ſchlauen und forſchen⸗ den Ausdruck dem Herzog zu.

Buckingham fühlte ſich ein wenig verwirrt von ihrem ſcharfen, ſpöttelnden Blick, und wandte das Ange ab.

Freilich, ſagte er, die Jufantin von Portugal hat Vieles für ſich. Sie iſt jung, und wie man ſagt nicht allzuhübſch, ſie iſt außerdem aber auch gut katholiſch und eine freundſchaftliche Verbindung mit Portugal kann unſerm Seehandel nur günſtig ſein.

Und wie iſt es mit ihrem Reichthum? fragte Aphra mit leichtem, ſpöttelnden Ton. Ihr vergeßt die Haupt⸗ ſache, das Geld! Und doch hat ſich das Geld mit der ſpaniſchen Prinzeſſin verbunden. Barbara ſagte mir geſtern, daß der außerordentliche Geſandte, welchen uns Frankreich geſchickt, durchaus eine Heirath mit Spanien vermitteln will, und dem Kanzler Hyde eine Summe von zehntauſend Pfund geboten hat, wenn er dieſe Parthie begünſtige.*)

Und dieſer Cato, dieſer großſprecheriſche Tugend⸗ held hat die Summe ausgeſchlagen! rief Buckingham.

*) Burnet, history of my own time. Vol. I. pag. 277.