Teil eines Werkes 
3. Band (1859)
Entstehung
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nieder, wenn Aphra an ihnen vorüber kam, und er⸗ zählten dann, ohne zu erröthen, ihren Freundinnen die ſchamloſeſten Geſchichten als Epiſoden aus Aphra's 3 Leben, Epiſoden, welche mit boshafter Schadenfrende erzählt und angehört und weitergetragen, und von Niemandem widerlegt und von Niemandem bezweifelt wurden. Die Männer, die Cavaliere dieſes laſter⸗ haften Hofes, haßten Aphra nicht minder, obwohl ſie ſie anzubeten ſchienen. Sie haßten Aphra Behn, weil

ſie den ſcharfen Witz, den beißenden Spott dieſer ſo ſchönen, ſo kalten, ſo überlegenen, jungen Frau fürch⸗ teten, weil es ſie empörte, ihre Liebesbetheuerungen immer mit ironiſchem Lächeln, mit eiskalter Ruhe er⸗

widert zu ſehen, weil ſie Keinem von ihnen das Recht gegeben, ſich ihrer Bevorzugung zu rühmen, und ſich ihren Geliebten zu nennen, und weil Jeder dies für eine unverzeihliche Beleidigung, einen nicht zu recht⸗ fertigenden Hochmuth hielt. Die Herren des Hofes wußten ſehr wohl, daß Aphra nicht die Geliebte des Königs ſei, auch hatten ſie ſich nur eine kurze Zeit mit dem Wahne getäuſcht, daß ſie Buckingham's Ge⸗ liebte ſei, weil ſie in ſeinem Hotel wohnte, und an ſeiner Seite überall erſchien. Aber dieſe Herren waren zu feine Beobachter und Kenner in Allem, was die Liebe betrifft, um nicht bald bemerken zu müſſen, daß zwiſchen Aphra Behn und Buckingham nicht eins dieſer ſchlüpfrigen, leichtgeknüpften, leichtzerriſſenen Verhältniſſe beſtehe, wie ſie damals zum guten Ton der vornehmen Welt gehörten, ſondern daß es ein weit ernſteres, feſtgeſchloſſeneres und ruhigeres Bünd⸗ niß ſei, welches zwiſchen der ſchönen jungen Frau und dem ſchönen jungen Herzog beſtehe. Sie wird ſeine Schweſter ſein, ſagte man zu einander, vielleicht nicht die Tochter ſeiner Mutter,