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Aphra, ich bin nicht ganz der gefühlloſe Barbar, für den Sie mich halten! Ich habe auch gelitten! Mein Gott, welche Qualen habe ich erduldet während der langen, entſetzlichen Wochen Ihrer Krankheit. Und ich durfte nicht einmal an Ihrem Lager ſein. Selbſt inmitten Ihrer Fieberphantaſieen hatten Sie das Be⸗ wußtſein meiner Nähe, und Sie verwünſchten mich, ach, Sie fluchten mir mit einer Stimme, welche mein Herz zerriß. Dann floh ich in mein Zimmer, zerriſ⸗ ſen von Reue, gefoltert von Verachtung. Ach, wie viele Nächte habe ich durchwacht, mit gerungenen Hän⸗ den, weinend! Ja, Aphra, Sie haben mich die Thrä⸗ nen kennen gelehrt. Ich habe um Sie geweint, Thrä⸗ nen der Angſt, der Verzweiflung, der Selbſtverach⸗ tung. Und wenn ich, beſchämt über meine eigene Unmännlichkeit, meine Thränen trocknete, dann iſt eine wilde, tödtliche Angſt über mich gekommen, und in der Verzweiflung dieſer raſtlos nagenden, niemals ver⸗ ſtummenden Gewiſſensbiſſe habe ich Sie vor mir zu ſehen geglaubt, Sie mit dieſem wahnſinnigen Lächeln und dieſer Todesruhe, als Sie damals zu mir ſag⸗ ten:„ich fordere Dich vor den Richterſtuhl Gottes, und Oronooko wird Dein Ankläger ſein!“— Ach⸗ dieſe Worte, ſie ſind niemals vor meinen Ohren ver⸗ klungen, ich höre ſie Tag und Nacht, ſehe ſie, wohin ich blicke! Auf dem Kiſſen, auf welchem ich ruhen will, auf dem Papier, auf dem ich ſchreiben will, auf dem Buche, in dem ich leſen will, ſie ſind überall, wohin ich blicke, ich möchte ſie mit meinem Blute fort⸗ waſchen, und kann doch kein Jota von ihnen ver⸗ wiſchen, denn ſie ſind in meinem Hirn, in meinem Herzen eingebrannt!
Und der Gonverneur, überwältigt von ſeiner in⸗
Karl II 1.


