Teil eines Werkes 
1. Band (1859)
Entstehung
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men erſcheinen, die Erinnerung an dieſes Geſpenſt wird Sie zuweilen aus Ihrem Schlafe aufſchrecken, daß Sie ſich ruhelos auf Ihrem Lager wälzen! Die⸗ ſes Geſpenſt des hingemordeten jungen Mädchens, es wird immer neben Ihnen ſtehen, es wird Sie niemals verlaſſen, und einſt vor dem Throne Gottes wird es neben Oronooko ſtehen, und Beide werden Sie auch dort noch anklagen!

Erſchöpft, kedesmatt ſank ſie auf einen Seſſel. Der Gouverneur ſtand tief erſchüttert vor ihr. Wider ſeinen Willen hatte ihre rührende Erſcheinung, ihr todesblaſſes Geſicht und der feierliche Klang ihrer Stimme ihn tief gerührt. Er ſuchte ſich dieſer Rüh⸗ rung gewaltſam zu entwinden.

Es iſt wahr, ſagte er mit erzwungener Heiterkeit, Sie haben Recht, mir zu zürnen, denn vielleicht bin ich ein wenig Schuld daran, daß Ihre Schönheit einen kleinen Stoß erlitten hat. Aber Geduld, das ſind nur die Folgen der vorübergehenden, durch meine Schuld veranlaßten Krankheit. Sie werden ſich wie⸗ der erholen, und ſchon nach wenigen Wochen wird Ihre Schönheit wieder in voller Blüthe ſtrahlen!

Oh ja, ſagte ſie, ich werde mich wieder erholen, ich werde wieder glänzende Augen und rothe Wangen bekommen, aber da drinnen in meiner Bruſt iſt Etwas geſtorben, was niemals wieder aufathmen wird, und das Sie als ſeinen Mörder anklagt!

Und was wäre dies geſtorbene Etwas? fragte der Gouverneur lächelnd.

Aphra ſagte feierlich: Es iſt meine unbefleckte Seele; es iſt mein Glaube an die Menſchheit. Sie haben mich gelehrt, die ganze Menſchheit zu verachten, und wie ſollte ich die Menſchen lieben können, welche Sie zu ihren Brüdern zählen. Sie haben meine Selbſt⸗