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ſie bleich wie eine Lilie, und der Athem ſtockte in ihrer Bruſt.
Der Hausarzt des Gonverneurs, welcher mit un⸗ ermüdlicher Sorgfalt Tag und Nacht an ihrem Lager gewacht, erklärte es für ein Wunder Gottes, daß ſie die furchtbare Gewalt dieſer Gehirnentzündung und dieſe Lähmung ihrer Glieder überwunden habe.
O ja, ſagte Aphra, es iſt auch ein Wunder, aber vielleicht hat der Teufel mehr Antheil daran, als Gott! Auf Erden iſt der Tenfel viel mächtiger, als Gott! Ich glaube nur noch an den Teufel! Wenn es einen Gott der Güte gäbe, wie könnnte er das Entſetzliche Alles dulden, was geſchieht! Nein, für die Guten giebt es keinen Gott!
So müßten wir uns ja Alle dem Teufel überge⸗ ben! rief der Arzt lachend.
Wenn wir klug ſind, thun wir es, ſagte ſie ge⸗ laſſen.
Endlich war ſie ſo weit wieder hergeſtellt, daß ſie das Lager verlaſſen, und auf den Arm ihrer Wärte⸗ rinnen geſtützt, im Zimmer auf und abgehen konnte.
Am Spiegel vorübergehend, ſtreifte ihr Blick zu⸗ fällig das Glas. Sie ſah da ein fremdes, abgezehrtes Geſicht mit großen matten Augen, mit eingefallenen Wan⸗ gen und blutloſen, ſchmalen Lippen. Entſetzt, grau⸗ ſend, wie vor einem Geſpenſt, ſtarrte ſie dieſe Er⸗ ſcheinung an, dann erhob ſie langſam die Hand, und auf dieſes Spiegelbild hindentend, fragte ſie ihre Wär⸗ terin: Bin ich das?
Als dieſe bejahete, lächelte Aphra, und verſank wieder im Anſchauen ihrer ſelbſt.
Plötzlich wandte ſie ſich um, und ſagte mit feſter, ruhiger Stimme: ich bin jetzt bereit, den Gouverneur zu empfangen.


