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die ſchmalen, ſchmerzlich verzogenen Lippen umſpielt von einem Lächeln unſchuldiger Coquetterie.
Sie war ſehr glücklich, ſie wußte nichts von ihren Leiden und ihren Schmerzen, ſie war ſehr glücklich, denn Oronvoko war bei ihr, und er liebte ſie.
Aber es kam ein Tag, ein grauſamer, entſetzlicher Tag, da wich das Fieber von ihr, da verſchwanden die beglückenden Phantaſieen, und aus ihren beſeeligen⸗ den Träumen erwachte Aphra zu der ſchreckensvollen, entſetzlichen Wirklichkeit! Oronvoko war nicht mehr bei ihr,— ſie erinnerte ſich ſeines Todes, ſeiner Fol⸗ terqualen, ſie erinnerte ſich Deſſen, der ihn hingemor⸗ det und ſie betrogen hatte!
Ein herzzerreißender Schrei tönte bei dieſen erſten klaren Erinnerungen von ihren Lippen. Dann ward ſie ſtill, ſchweigend; ohne Klage ließ ſie Alles mit ſich geſchehen, ohne zu murren nahm ſie die ihr gereichten Arzueien, ohne zu ſeufzen duldete ſie die entſetzlichſten Körperſchmerzen. Nur ſaß ſie ſtundenlang in ihrem Bette aufgerichtet, die abgemagerten Arme über der eingefallenen Bruſt gekreuzt, ſtarr vor ſich hin blickend, und nur dann und wann einzelne Klagelaute, oder halb unterdrückte Worte der Verwünſchung ausſtoßend.
Was ging in dieſen Stunden troſtloſen Hinbrü⸗ tens in ihr vor? Niemand wußte es, denn Aphra verſchmähte es, gegen irgend Jemand ihrer Umgebung ihre Gedanken zu verrathen.
Nur einmal, als man ihren gelähmten Fuß mit glühenden Eiſen brannte, und ihre treue Krankenwär⸗ terin ihre Standhaftigkeit im Leiden bewunderte, ſagte Aphra mit einem köſtlichen Lächeln: Ich freue mich, einen Theil von dem zu leiden, was Oronvoko litt!
Es war das erſte und einzige Mal, daß ſie Oro⸗
nookos Namen nannte, und indem ſie es that, ward


