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den wir Alle uns wiederſehen, und Gott wird Sie richten! 6
Und mit einem lauten Aechzen ſank ſie bewußtlos zuſammen.
XII. Die Heimfahrt.
Eine lange gefahrvolle Krankheit hatte ſeit jenem Schreckenstage Aphra an ihr Lager gefeſſelt. Aber dieſe Krankheit war für ſie wie ein Reitungsengel ge⸗ weſen, denn ſie hatte ihr das Bewußtſein geraubt, und ſie der fürchterlichen Gegenwart entrückt. Viele Tage und Wochen waren vergangen, ohne daß ſie es ahnte. In ihren Phantaſieen war ſie glücklich, denn in ihnen war ſie an Oronooko's Seite.
Für ſie war er nicht geſtorben, er lebte, er war da, dicht an ihrer Seite! Er ſah ſie an mit ſeinen glänzenden Augen, ſeine Hand ruhte in der ihren, und mit lächelnden Lippen, erröthend vor Glück, er⸗ zählte ihm Aphra von ihrer Liebe. Dann lauſchte ſie den holden Bekenntniſſen ſeines Herzens, und Thrä⸗ nen der Wonne entſtürzten ihren Augen, wenn er ihr ſagte, daß er nur ſie allein liebe, und daß kein an⸗ deres Weib, keine Imoinda ihr ſein Herz ſtreitig mache!
Es war ein herzzerreißender Anblick, dieſe abge⸗ zehrte, zerfallene Geſtalt zu ſehen, wie ſie mit aufge⸗
löſtem Haar und zitternden Gliedern auf ihrem Lager*
lag, das Antlitz geröthet von der Gewalt des Fiebers, die eingeſunkenen Augen leuchtend vor Wonne, und


