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Die Flammen ſchlugen höher und gewaltiger empor, bald das Antlitz Oronvoko's wie in einen Goldſchleier einhüllend, bald ſich zertheilend, daß es wieder her⸗ vortauchte in ſeiner Marmorruhe.
Plötzlich vernahm man da unten einen gellenden, durchdringenden Schrei. Aus einer der Hütten ſtürzte ein junges Negerweib hervor. Vergebens ſuchte der ihr folgende Sclavenauſſeher ſie aufzuhalten. Mit übernatürlicher Kraft entwand ſie ſich ihm, wie ein Pfeil flog ſie dahin, ihre Füße berührten kaum den Boden. Jetzt nahete ſie ſich dem Scheiterhaufen, das Feuer übergoß ſie mit goldenem Glanze,— ſie ging nicht mehr,— ſie flog, ſie hob ſich empor, leuchtend, ein goldbefiederter Vogel!
Ihre Arme zertheilten die Flammen, ſie ſtürzte hinein in die Gluthen, und als der Wind jetzt einen Moment die Flammen zertheilte, ſah man das Haupt Oronvoko's, und über daſſelbe geneigt, es umrankend
mit ihren Armen, die Geſtalt ſeines Weibes, des goldbefiederten Vogels!
Imvinda! ſchrieen die Selaven. Haltet ſie auf! Reißt ſie aus dem Feuer! ſchrie der Gouverneur.
Es war zu ſpät. Wer mochte es wagen, dieſe
Flammen zu zertheilen, in dieſes Feuermeer ſich hin⸗
ein zu ſtürzen! Wer anders, als die Liebe!
Die Flammen ſchlugen höher und höher empor,
der Hofraum ſtrahlte im Purpurglanz, und am Him⸗ mel leuchtete es auf wie glänzende Fackeln.
Die Sclaven, übermannt von Entſetzen und Schmerz, waren auf ihre Kniee gefallen, und angen mit dumpfen Tönen das Todtenlied.
Jetzt ward ihre Stimme wie von einem Donner⸗
gebrülle übertönt, die Flammen ſchlugen brauſend und


