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die Welt ein Thal des Entzückens? Für Würmer, welche verſtehen im Staube zu kriechen und im Staube ihre Nahrung zu ſuchen; für die Schlange, welche die un⸗ ſchuldige Gazelle erdrückt, und von ihrem Blute ſich nährt; für den Vampyr, welcher dem Argloſen das Blut aus der keuchenden Bruſt ſaugt, für dieſe Alle iſt die Welt ein Paradies. Nicht für den Adler!
Er iſt über dieſe Erde dahin geflogen! Was hat er geſehen? Er hat geſehen, daß die Guten weinen, und die Böſen triumphiren, er hat geſehen, daß kein Herz wohnt in dem Buſen der Menſchen, kein Herz für Anderer Leiden und für Anderer Glück, kein Herz voll Milde und voll erbarmungsreicher Liebe. Er hat geſehen, daß die Menſchen böſe ſind und voll Tücke, daß das Unglück ihrer Brüder ſie freut, und daß ſie lachen zu den Qualen, welche ſie Andern bereitet.
Er kam hernieder zur Welt, der Adler der Lüſte, er kam, um die Menſchen zu lieben, aber als er mit ſeinem Blicke voll Kraft in ihre Herzen geſchaut, hat er aufgehört, ſie zu lieben, und zu ſeiner Seele hat er geſprochen: Wie ſollt' ich Die lieben, welche nur haſſen! Wie ſollt' ich Denen vertrauen, welche nut mißtrauen! Wie ſollt' ich Denen mein Herz eröffnen, welche das ihre verſchließen vor jeder Wahrheit und vor jedem Mitgefühl.
Einen Golt nur kennen die Menſchen, es iſt der Gott des Eigennutzes! Ihm dienen ſie mit raſtloſem Eifer, und nur wenn zu ihm ſie beten, iſt Wahrheit auf ihren Lippen. Dieſer Gott iſt ein grauſamer Gott, er treibt die, welche ihm dienen, zum Haß und zur wilden Blutgier, er zwingt ſie, mit lachendem Munde das Blut ihrer Brüder zu vergießen, und die Unſchuld zu erwürgen, die Tugend mit Füßen zu treten, und dem Laſter zu dienen! Sie können es nicht


