terin richtete, begegnete ſie deren Angen, die mit eben ſo forſchendem Ausdruck auf ſie gerichtet waren.
Du haſt ſie geſehen? flüſterte Aphra leiſe.
Imoinda nickte ſtumm bejahend.
Und Du wirſt ſie nicht verrathen? fragte Aphra dringend, indem ſie die junge Negerin feſter in ihre Arme drückte.
Ich, meine Freunde, meine Brüder verrathen?
flüſterte Imoinda vorwurfsvoll. Ich die Gefährten
meiner Leiden einem gewiſſen und martervollen Tode entgegenführen! Ach, meine Herrin—
Still, unterbrach ſie Aphra, indem ſie heftig Imoinda's Hand in der ihren drückte, ſtille— ſieh dort hin!
Der Mond, der jetzt hell und ſtrahlend über den Bäumen hervorgetreten war, warf ſein volles Licht auf den Platz und die Hütte dort drüben. Deutlich ſah man dort die Thüre ſich öffnen, und eine hohe, dunkle Geſtalt aus derſelben hervortreten. Einen Augen⸗ blick ſtand ſie ſtill, dann ſchritt ſie mit feſtem, ſtolzem Schritte vorwärts..
Er iſt es! flüſterte Aphra mit einem ſeligen Lächeln. Und er wird ſich verrathen durch ſeinen ſtolzen Schritt, murmelte Imoinda.
Ach, er kann ſich nicht zur Erde werfen, wie bieſe
niedrigen, zitternden Sclaven, ſagte Aphra. Er iſt
muthig und kühn, wie ein Löwe, welcher der Gefahr Trotz bietet, und lieber ſtirbt, als ſich demüthiget. Sieh nur, Imoinda, dieſe hohe, königliche Geſtalt, dieſer edle, ſtolze Gang. Ich kann ſein Antlitz nicht erkennen, und doch iſt es mir, als ſähe ich das Leuch⸗ ten ſeines flammenden Adlerblickes, als ſähe ich ſeine in ernſten Gedanken gefurchte hohe Stirn, und das


