Teil eines Werkes 
1. Band (1859)
Entstehung
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an einander ruhenden jungen Mädchen wie mit einem

elektriſchen Schlag, Beide erbebten, wie von Einer Be⸗

wegung erfaßt, Beide blickten ſie mit geſpannter Neu⸗ gier und athemloſem Schweigen hinüber nach der Hütte. Dort war wieder Alles ſtill geworden, nur das Licht bewegte ſich hin und wieder, aber in gleich⸗ mäßigen, ſtets ſich wiederholenden Schwingungen.

Jetzt wiederholte ſich der Schrei, er klang wie das laute Rufen eines Papagei's, und Aphra athmete er⸗ leichtert auf, denn ſie hatte alſo nichts zu fürchten für den Bewohner jener Hütte dort.

Wieder ward Alles ſtill. Auch in der Hütte war das Licht erloſchen. Süßes Schweigen herrſchte rings⸗ um, dort drüben rauſchten die Cedern und Bananen, und von Zeit zu Zeit vernahm man das leiſe Geflöte eines Singvogels, oder das Gekreiſch irgend eines im Traume beunthhigten Affen. Aber das aufmerkſame Ohr Imoinda's vernahm noch ein anderes Geräuſch, ein leiſes, faſt unhörbares Raſcheln, ein vorſichtiges, leiſes Schleichen. Sie hatte das leiſe Knarren der Hüttenthüren ſchon lange vernommen, ſie ſah die Be⸗ wohner derſelben dunklen geſpenſterhaften Schatten gleich aus den Hütten ſchlüpfen. Anfangs ſtanden ſie lauſchend ſtill, dieſe dunklen Geſtalten, dann aber, als aus der Hütte der zweite Ruf erſchallte, warfen ſie ſich zur Erde, und begannen leiſe und geräuſchlos krie⸗ chend ſich fortzubewegen.

Einem ſchwarzen wogenden Fluſſe gleich bewegte ſich dieſe dunkle Maſſe dem Walde zu, von Zeit zu Zeit ſtille ſtehend, dann wieder mit erneuerter Schnelle weiter rutſchend.

Wenn Aphra ſie gewahr wird, dachte Imoinda, dann iſt Alles verloren.

Aber als ſie den forſchenden Blick auf ihre Gebie⸗