Teil eines Werkes 
1. Band (1859)
Entstehung
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Glanzes und ſanſten Dunkels und erfriſchender Kühle. So hell war es, daß man deutlich jeden Gegenſtand erkennen und in's Auge faſſen konnte, aber dieſe Helle hatte nicht das Verletzende des Sonnenglanzes, ſie that dem Auge wohl, ſtatt es zu ermüden. Aphra ſah nichts, ihr Blick war nach innen gerichtet, und in ihrem Herzen las ſie die geheimnißvolle Geſchichte einer erſten, einer plötzlich entflammten Leidenſchaft. Auch Imoinda ſchwieg, aber ſie blickte nicht träu⸗ mend zum Himmel empor, ſondern ihre weitgeöffneten

Augen ſchweiften neugierig und forſchend hinüber zu

den Hütten der Neger, welche rings den weiten Platz vor dem Hauſe des Gouverneurs umgaben und in dunklem Schweigen, großen Särgen gleich, ſich am Horizont abzeichneten. Allmölig waren in allen dieſen Hütten die Lichter erloſchen, die armen Sclaven, ſo

§ ſchien es, hatten Ruhe gefunden nach den Beſchwerden

des Tages, und auf ihre Matten ſich ausſtreckend, träumten ſie vielleicht jett von den ſeligen Tagen ver⸗ gangener Freiheit und vergangenen Glückes. Nur dort drüben in jener einzelnen, fernen Hütte ſah man noch das Glänzen eines Lichtes, und dorthin war der Blick der jungen Negerin gerichtet.

Hätte Aphra ſie in dieſem Momente angeſehen, ſie hätte nicht gefragt, ob Imoinda liebe, ſie hätte es in ihren Augen, auf ihrer Stirn geleſen, in dieſem

ſehnſuchtsvollen Lächeln, in dieſen Seufzern, welche

den Buſen der jungen Negerin hoben. Aber Aphra

ſah nichts, ſie träumte nur mit offenen Augen, und

glänzende Bilder einer Zukunft voll Liebe und Glück zogen an ihrer Seele vorüber.

Plötzlich vernahm man aus der fernen Hütte, in welcher das Licht noch nicht erloſchen war, einen lauten, durchdringenden Aufſchrei. Er durchzuckte die beiden