man durch ſie ſtirbt, ſo ſtirbt man eines ſeligen Todes!
Und das wird mein Loos ſein! flüſterte Jmoinda unbewußt.
Du liebſt alſo? fragte Aphra lebhaft.
Imvoinda ſchreckte leicht zuſammen, und ihr Blick ſtreifte forſchend das Antlitz ihrer Herrin.
Nein, ſagte ſie, ich liebe nicht!
Das iſt traurig, ſeufzte Aphra. Wenn Du ſelber liebteſt, würteſt Du mich beſſer verſtehen können, Denn, ſiehſt Du, Imoinda, ich, ich liebe! Und dies Gefühl iſt meine Seligkeit und mein Schmerz, meine Wonne und meine Verzweiflung. Dies Gefühl hat mich den Schmerz um meinen geſtorbenen Vater ver⸗ geſſen gelehrt, es giebt mir Stärke, der zudringlichen Leidenſchoft des Gonverneurs zu widerſtehen, es macht mich groß und ſtark und heldenkühn! Ach für ihn, den ich liebe, könnte ich Alles wagen, Alles auf's Spiel ſetzen, und beim ewigen Gott, ich will es auch! Er ſoll frei ſein und groß, er ſoll das Haupt nicht ſchamvoll auf ſeine Bruſt ſenken, und ſeinen Nacken nicht beugen einer fremden Gewalt, frei wie der Adler ſoll er ſich aufſchwingen können, ungefeſſelt, ungebun⸗ den, ein König der Erde und meines Lebens!
Und wirſt Du mir auch ſeinen Namen nennen? fragte Imoinda.
Aphra autwortete nicht. Sie ſchlug voll träume⸗ riſchen Glückes den Blick empor zum Himmel, der ſich mit glänzenden Sternen überſäet hatte, während der Mond in purpurner Gluth über dem Pinienhain em⸗ por zu ſteigen vegann.
Es war eine wundervolle Nacht, eine Nacht, wie nur der Süden ſie kennt, ſo voll göttlicher Stille und
harmwoniſchen Lebens, ſo durchrauſcht und durchduftet
von Vogelgezwitſcher und Blüthenduft, ſo voll milden


