immer hinter mir herſchleppe, und die meine Seele wund reiben bis zum Sterben.
Arme Imoinda, ſeufzte Aphra, Du willſt frei ſein? Wer aber iſt denn frei? Uns alle feſſelt Etwas, und ſei's auch nur das Bewußtſein unſres armen, ohnmäch⸗ tigen Menſchenthums. Ich glaube wohl, es giebt nur Eins, das uns frei macht, und ſtark und groß, das iſt die Liebe, Imoinda! Komm, laß uns von der Liebe plaudern! Recht, wie zwei junge ſchwärmeriſche Mäd⸗ chen, wollen wir uns einander erzählen von unſern Liebesträumen. Komm, nicht zu meinen Füßen iſt Dein Platz!
Sie zog Imoinda empor auf den Seſſel neben ſich, und ſie mit ihren Armen umſchlingend, legte ſie ſanft ihr Haupt auf Imoinda's Schulter. Laß uns plandern, Imoinda. Sage mir, ob Du
ſchon geliebt haſt, und wie er ſich nennt, der Mann Deiner Liebe?
Eine Selavin hat nicht das Recht zu lieben, ſagte die junge Negerin, die Liebe erblüht nur in der Frei⸗ heit!
Aber ſie läßt ſich nicht ertödten durch die Scla⸗ verei, rief Aphra, und Du warſt frei, bevor Du Sclavin wurdeſt. Haſt Du keine Liebe mit herüber⸗ genommen aus Deiner Freiheit?
Wäre dos nicht ein großes Unglück? fragte Imoinda, indem ſie es vermied, dem fragenden Blicke Aphra's zu begegnen. 2
Nein, ſagte Aphra ſinnend, die Liebe iſt niemals ein Unglück. Sie erlöſt uns, indem ſie feſſelt, ſie macht uns frei, indem ſie uns in Bande ſchlägt, ſie giebt uns das ſeligſte Glück, indem ſie unſer Auge mit Thränen und unſer Herz mit ſeliger Verzweiflun erfüllt. Die Liebe iſt ein götiliches Unglück, und wen


