Teil eines Werkes 
1. Band (1859)
Entstehung
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rend ſie ſich zu Aphra's Füßen niederſetzte, die ſich ſinnend und gedankenvoll auf einen Sopha hatte glei⸗ ten laſſen. Glaube mir, Herrin, die Nächte können ſehr ſchön ſein, aber, freilich, es müſſen glänzende Sterne da ſein, welche ſie erleuchten!

Meine Sterne ſind untergegangen, ſagte Aphra ſeufzend. Fern von der Heimath, fern von den Freun⸗ den, in einſamer, gefahrvoller Verlaſſenheit ſind für mich die Toge ohne Sonne, und die Nächte ohne Sternenglanz! Ach, Imoinda, weißt Du, weshalb ich

indem Du mir ſagſt, daß Du mich liebſt!

Ich liebe Dich, gewiß, ich liebe Dich! rief die junge Negerin mit innigem Ton. Aber tröſten kann ich Dich nicht, denn bedarf ich nicht ſelber des Troſtes? Bin ich nicht fern vom Vaterlande, wie Du, ferne von den Freunden, die mich lieben? Bin ich, die Sclavin, das verkaufte Kind einer fernen Zone, nicht tauſendmal unglücklicher, als Du? Du biſt zum Mindeſten frei, Deine Seele iſt nicht gebunden an das Loos der Knechtſchaft, Du biſt nicht erniedrigt in Deinen heiligſten Menſchenrechten, Du biſt keine Sclavin!

Und biſt Du es denn? fragte Aphra vorwurfs⸗ voll. Biſt Du nicht viel mehr meine Freundin, meine Schweſter, als meine Dienerin? 5

Es iſt wahr, Du biſt gütevoll gegen mich, ſagte Imoinda zärtlich, indem ſie die Hand des jungen Mädchens an ihre Lippen drückte, Du biſt freundlich und voll Nachſicht, aber Du kannſt doch von meiner Seele die Bande nicht löſen, welche das Bewnßtſein

meiner Sclaverei darum geheftet hat, und von meinem Fuße die Ketten nicht abnehmen, welche ich unſichtbar