Teil eines Werkes 
1. Band (1859)
Entstehung
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5.

darboten. Ein leichtes, hochaufgeſchürztes Mouſſelin⸗

gewand, das in maleriſchen Falten von den Schultern und dem Buſen herabfiel, und um den zarten Leib mit einer durkelrothen Schärpe befeſtigt war, machte den gann der jungen Negerin aus. Nur um den Arm trug ſie eine goldene Spange, und in dem glänzenden ſchwarzen Haar, das in langen Zöpfen über den Nacken herabfiel war eine kleine Krone von blauen und rothen Federn befeſtigt.

Weißt Du, Imvinda, ſagte Aphra nach einer Pauſe, weißt Du, daß Du ſchön biſt, wie nun, womit vergleiche ich Dich nur ſchnell, Du junge Schönheit des Südens? Deine Schönheit iſt ſo ſeltſamer Art, daß wir europäiſchen Leute erſt nach neuen Ausdrücken dafür ſuchen müſſen. Wenn die Männer unſeres Landes uns preiſen wollen, ſo nennen ſie uns glän⸗ zend, wie der junge Tag, ſtrahlend wie die junge Morgenſonne, weiß wie der leuchtende Schnee, duftig wie eine junge aufblühende Roſe, und was weiß ich, wie ſonſt noch Alles! Aber das paßt Alles nicht auf Dich. Deine Schönheit hat nichts mit dem Tage, und nichts mit der Sonne gemein, und mit dem Schnee könnte man höchſtens Dein Gewand vergleichen, das einen wundervollen Contraſt bildet zu Deiner herrlichen glänzenden Schwärze! Am liebſten möchte ich Dich der Nacht vergleichen, aber die Nächte ſind nicht ſchön, wie Du! Sie ſind ſo voll qualvoller Gedanken, und Du biſt ſo und voll köſtlichen Lächelns! Sie ſind voll ſo fieberhafter Träume, und Du biſt voll ſo unſchuldiger Heiterkeit! Ach ich haſſe die Nächte und ich will Dich ihnen nicht vergleichen, denn Dich liebe ich! 5

Oh, die Nächte können auch ſehr ſchön ſein, flüſter Imvinda leiſe und mit einem reizenden Lächeln,)