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Sie fühlte ſich in dieſem Moment grenzenlos ver⸗ laſſen, grenzenlos einſam; jetzt war ſie ganz nur das zitternde, ſchüchterne junge Mädchen, das erbebt vor ſeiner Einſamkeit, und die Hand ausſtrecken möchte nach Schutz und Rettung. Sie gedachte ihrer Heimath, von der eine ganze Welt ſie trennte, ihrer Freunde, von denen Niemand bei ihr war, um ſie zu ſchützen und zu erretten. Oh mein Gott, flüſterte ſie zitternd, wann wird das Schiff die Anker lichten, das mich zu meinem ſchönen England zurückführt, und wann wird mein Fuß wieder den heimathlichen Boden betreten? Aber dies ſind thörichte Gedanken, unterbrach ſie ſich plötzlich in ihrem Selbſtgeſpräch. Möchte ich denn jetzt wohl dieſes Land verlaſſen? Und dann? Bin icch denn wirklich ſo einſam und verlaſſen hier? Nein, nein, es war undankbar, Deiner nicht zu gedenken, meine Freundin und Gefährtin. Ach, ich will ſie ſehen,. ſie ſoll bei mir ſein! Und ſich nach der offenen Salonthür hinwendend rief das junge Mädchen laut und mit zärtlichem Ton: Imoinda! Komm her zu mir, meine Imoinda! †
II. Sclavin und Herrin.
Auf der Schwelle des Salons erſchien eine junge Negerin, die glänzenden Augen mit fragendem Aus⸗ Fdruck auf ihre Gebieterin richtend. Aphra betrachtete
ſie ſchweigend, ſie heftete die lächelnden Blicke auf dieſe zarte, und doch zugleich üppige Geſtalt, Feren veizende Formen ſich in nackter Schönheit dem Ange
Karl I. 1.


