Teil eines Werkes 
1. Band (1859)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

mein geliebter, theurer Vater, flüſterte ſie, warum mußteſt Du ſterben, und Dein Kind einſam und hülf⸗ los zurücklaſſen!

Warum mußten Sie auch den kühnen Muth ha⸗ ben, ihn hierher zu begleiten, unterbrach ſie der Gou⸗ verneur. Sie ſehen, Gott, welchen Cromwell und ſeine Conſorten beſtändig als ihren Bundesgenoſſen bezeichnen, dieſer Gott war für mich, und leitete meine Sache! Er machte, daß Ihr Vater ſtarb, als er kaum mit dem Fuß den Boden dieſes Landes betreten, und noch bevor es ihm gelungen, mich abzuſetzen, hatte ihn der Tod ſeiner geträumten Gonverneursherrlichkeit entſetzt. Sie ſehen, Gott iſt für mich, er ließ Sie allein auf dieſer fremdei Küſte zurück, Sie haben Niemand hier, als mich, nehmen Sie mich denn an als Ihren Freund und Gemahl!

Aphra's Blicke waren ſchon wieder hinunter ge⸗ richtet in den Hof. Noch immer ſtanden da drunten die Neger, noch immer ſtand Oronvoko in ihrer Mitte und ſprach zu ihnen mit ſeiner klangreichen, ſonoren Stimme, und Aphra fühlte ſich bei dieſen Tönen wie von einem Zauber befangen.

Sie ſchweigen, rief der Gouverneur, Sie über⸗ legen alſo, und Sie werden Sich entſchließen, meine Gemahlin zu werden!

Niemals! ſagte ſie feſt, indem ſie ſtolz das Haupt zurück warf. Ich verachte Ihre Liebe, und ich ver⸗ werfe Ihre Hand.

Eine dunkle Zornesgluth bedeckte das Antlitz des Grafen.

Iſt das Ihr letztes Wort? fragte er zähne⸗ knirſchend.

Mein letztes! ſagte ſie feſt.

Nun wohlan, ſo hören Sie auch das meine! rief 8