den mächtigſten und vornehmſten Mann dieſes Landes überſehen darf!
Wie zufällig und aus Verſehen ſtieß ſeine Hand an eins der koſtbaren Topfgewächſe, die auf der Ballu⸗ ſtrade des Balkons ſtanden. Mit lautem Gepraſſel flog es hinab und dem dumpfen Getön ſeines Falles folgte ein lautes, ſchrilles Gekreiſch und Geheul mit Schmerzenslauten und Wehegeſchrei untermiſcht.
Das junge Mädchen unterbrach ſich in ihrem leiſen Geſange, und wandte ihr Antlitz mit einem ſchaden⸗ frohen Lächeln dem unwillkommenen Störer zu.
Sie haben, indem Sie meine Lieblingsblume da ſo eben hinunterſchleuderten, ſich gleich ſelber beſtraft, Herr Gouverneur, ſagte ſie. Es iſt Ihr Lieblings⸗ affe, der Jocko, welcher da ſo fürchterliche Klagetöne ausſtößt. Der fallende Topf hat ihm den Arm ge⸗ troffen.
Jedenfalls danke ich ihm das Glück, Ihr Antlitz zu ſehen, Aphra, ſagte der Gouverneur, und das iſt ein Glück, welches nicht zu theuer mit einer zer⸗ knickten Blume und dem Blute eines Affen bezahlt wird.
Sie brach in ein lautes, fröhliches Lachen aus. In dieſem Moment war ſie ganz wieder das muth⸗ willige, unbefangene Kind mit den hellen Gazellenaugen und der unwiderſtehlichen Jugendluſt.
Der Gouverneur ſchöpfte daraus Hoffnungen, und ſagte fröhlich: Sie lachen über meine wahrſcheinlich etwas veraltete Galanterie, die ſchlecht paſſen mag zu Euren verzärtelten europäiſchen Formen. Aber be⸗ denken Sie, Aphra, daß ich ſeit mehr denn zwanzig Jahren dies Ihr geliebtes Europa nicht geſehen habe, und daher wenig wiſſen kann von den neumodiſ Formen Eurer Routs und Eurer Salons. Ich kiel


