334
brechen wird für Dich? das war ein ſchöner, ein herrlicher Tod! Sterben für Dich! Verſtehſt Du, was das heißen will? Verſtehſt Du, was ich in dieſen Jahren der Verſtellung und Hoffnungsloſigkeit gelitten habe? Ich habe ſo gelitten, daß es mir war, als riſſe man Stück für Stück mir von dem Herzen!—“
Sie begann zu weinen.„Welche Marter habe ich nicht in meiner Bruſt verborgen, wenn ich Dich ſie lieben ſah, der Du dein Herz ſchenkteſt. O Jacobo! Jacobo! der Tod iſt barmherzig, der mich aus dem Abgrund der Qual erlöst, welcher ich hier im Leben verfallen war. Ich ſage Dir es jetzt, da ich zu Gott gehe, denn jetzt wirſt Du einſehen, daß der Tod mein einziges Glück war. Ich habe ja in dieſen langen Jahren nicht aufgehört, Dich zu lieben. Als wir einander wieder trafen, warſt Du meinem Herzen theurer, als da wir uns trennten. Ich fühlte mich ſtolz auf Dich.—“
Sie fuhr mit den zitternden Händen an die brennende Stirne, indem ſie mit Schmerz hinzuſetzte:
„Um nur eine Stunde deinen Namen zu tragen,
hätte ich gern mein Leben hingegeben, und doch, doch
beſaß ich den Muth, mich hinter Standesvorurtheilen zu verſchanzen, welche längſt aus meinem Innern verſchwunden waren. Mein ſtolzes Herz konnte es nicht ertragen, daß Du deſſen Geheimniß kennen ſollteſt. Hinter einer Unwahrheit ſuchte ich es zu verbergen.... Ich Arme, wie bin ich von allen
Martern der Eiferſucht, von allen Plagen der Ver⸗
zweiflung verzehrt worden... Je länger Jacobo auf dieſe unfreiwillige Klage
———


