Teil eines Werkes 
1. Band (1864)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

mögen abſprechen, den Menſchen zu adeln.

nahme von der Regel machen, ſondern von denen, welche durch Arbeit ſich einen Weg bahnen ſollen. In dem Urtheil über die verſchiedenen Geſellſchafts⸗ kaſſen werden wir übrigens wohl niemals zuſammen⸗ ſtimmen, bemerkte Helfrid lächelnd.Wollen Sie zum Beiſpiel behaupten, daß es Ihnen, wenn Sie das Kind eines einfachen Arbeiters geweſen wären und nicht Eltern gehabt hätten, welche Ihnen eine gute Erziehung gegeben, einzig und allein durch Ihre Arbeit möglich geworden wäre, ſich zu einem ſo angeſehenen Mann zu machen, wie Sie jetzt ſind?

Möglich, daß es auf eine ſolche Weiſe bedeu⸗ tend ſchneller gegangen iſt, als es ſonſt der Fall geweſen wäre; aber, wenn Gott mir dieſelben An⸗ lagen geſchenkt hätte, ſo würden ſie auch unbedingt, wofern ſie nicht durch ſchlechte Gewohnheiten zerſtört worden wären, ſich eine gewiſſe Geltung verſchafft haben. Durch meine Arbeit hätte ich mir früher oder ſpäter Unabhängigkeit verſchafft.

Das beſtreite ich nicht; aber dieſe Unabhän⸗ gigkeit hätte ſich Ihren geringern Anſprüchen akkom⸗ modirt und wäre nicht das geworden, was ſie jetzt iſt. Außerdem wären Sie als ein rechtſchaffener

Mann ſicherlich achtungswerth geweſen, aber Sie hätten nicht, wie jetzt, die Arbeit geadelt.

Fräulein Helfrid, wie können Sie es wagen, eine ſo unrichtige Anſicht auszuſprechen, wie die⸗ jenige, daß der Menſch die Arbeit adle, während er ja eigentlich erſt durch dieſe ſich Achtung verſchafft. Ihrer Anſicht nach wollen Sie der Arbeit das Ver⸗